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Stand: 19. Oktober 2017

Rekonstruktion

Rekonstruktion

"Das Anliegen der Aneignung und Wiederholung des Ein­zigartigen, Charakteristischen ist ein so vehementes, ele­me­ntares, dass sich die Rekonstruktion und die Kopie seit 100 Jahren trotz heftiger Gegenwehr der Kunstwissen­schaftler neben den Bauformen der Moderne zu behaupten vermögen. Gegen die modische Strömung des «Dekon­struk­tivismus» positioniert sich der «Rekonstruktivismus» als Gegenströmung und Kampfansage. Dabei spielt es keine Rolle, dass bei der Nachahmung des Echten natur nur Falsifikate entstehen. Denn den Streitern für die Wie­dererweckung versunkener Kulturzeugnisse geht es nicht darum, nur Erscheinungsbilder nachzuschaffen, sondern einen Zipfel jenes «Ungeheuren» zu erhaschen, von dem schon Goethe gesprochen hatte. Noch ehe das Wort «Glo­ba­lisierung» erfunden war, hatte das moderne Projekt der Rekonstruktion seine überwältigende Suggestion schon weltweit entfaltet.

Wenn heute Ingenieure an kilometerhohen Wohn- und Bürotürmen tüfteln, so graben sich parallel dazu die Baum­eister der Rekonstruktion mit atemberaubendem Tempo immer tiefer in die Geschichte hinein. Schon ist vom Nachbau des Turms von Babel, der Bibliothek von Alexandria, des Kolosses von Rhodos und selbst des Tempels von Jerusalem die Rede. Es scheint, als sollte sich die Relativitätstheorie auch in Architektur und Städtebau beweisen. Je rasender die Menschheit in die Zukunft stürmt, desto schneller langt sie bei den Vorfahren an.

Dankwart Guratzsch, Architekturkritiker Berliner Morgenpost, 01 2002

Veröffentlichung
„Neue Sachlichkeit - weniger ist mehr - Reduzierung auf das Wesentliche - Purifizierung - Reinheit der Form - wunderbare geometrische Strenge - keine nutzlosen Verschönerungen – ra­tionale Formensprache - Sichtbeton, der Marmor des 20. Jahr­hunderts - Versachlichung - sparsame Fassadengestaltung … “
Quelle: „FOYER – Journal für Stadtentwicklung“, Heft November 2001, Seite 37 (Text hier gekürzt) Herausgeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin) – pdf-Datei, bitte anklicken

16.09.2010: Einne Kopie ist kein Betrug: Kommentar in der FAZ zu der Münchner Architekturausstellung - bitte Seite Archiv aufrufen - 

08.06.2013: "Schloss jetzt" Artikel von Bernhard Schulz im Tagesspiegel zur Grundsteimnlegung für das Schloss / Humboldt-Forum mit Ausführungen zu Rekonstruktionen. Artikel bitte durch Anklicken dieser Posiition aufrufen.
 
Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie

Die Schinkelsche Bauakademie ist ein Bauwerk, das die Arch­itektur durch seine Konstruktion und serielle Bautechnik bis heute beeinflusst hat. Das Gebäude wurde 1832-1836 von Schinkel erbaut. Es war eines der zentralen Gebäude in der Berliner Mitte und setzte den Schlussstein in Schinkels städte­baulichem Konzept der Kupfergrabenlandschaft.
Bei einem schweren Bombenangriff am 3. Februar 1945 wurde auch die Bauakademie stark beschädigt. Trotz der bereits in den 50er Jahren weit vorangeschrittenen Wieder­aufbaumaß­nahmen fiel Anfang des Jahres 1960 die Ent­scheidung zum Abbruch der Bauakademie, der 1961/62 durchgeführt wurde. Längs der Spree wurde das Außen­ministerium der DDR erbaut; mit dem Abriss dessen Ge­bäuderiegels 1995/1996 wurde der Platz wieder frei für die Rekonstruktion der Schinkelschen Bauakademie. (zum Weiterlesen bitte hier anklicken.)

20.07.2015: Deutschlandradio Kultur (Hannelore Dauer): Wahrzeichen statt Attrappe: Eine Rekonstruktionswelle alter, zerstörter Bauwerke ist in Gang. Handelt es sich dabei um Disneyland-Archi­tek­tur? Oder um die wertvolle Erinnerung an historisch ein­zigartige Gebäude? Viele Bürger unterstützen diesen Trend - und treffen auf harsche Kritik........zum Weiterlesen bitte hier anklicken (P pdf 580) Die Datei wurde vom Förderverein Bauakademie zur Verfügung gestellt.